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Das Argument des Koran für die Existenz Gottes

Das Argument des Koran für die Existenz Gottes

Entdecken Sie das islamische Argument für einen unerschaffenen Schöpfer, basierend auf rationalen und theologischen Einsichten aus dem Koran.

von Chefredaktion
17. April 2024

Die Menschheit hat sich seit Jahrhunderten mit der tiefgründigen Frage beschäftigt, wie das Universum und alles, was darin existiert, entstanden ist. Diese Frage berührt nicht nur wissenschaftliche und philosophische Konzepte, sondern auch tief religiöse Überzeugungen.

In der modernen Diskussion über die Ursprünge des Universums steht eine besondere Fragestellung im Zentrum: Kann das Universum wirklich aus dem Nichts entstanden sein?

Diese Frage ist nicht nur ein zentraler Punkt in der Debatte zwischen Theisten und Atheisten, sondern sie ist auch ein fundamentales Thema im Koran, welches rationale und intellektuelle Argumentationen liefert.

Der Koran und die Logik der Schöpfung

Der Islam, durch den Koran vertreten, bietet eine klare und tiefgründige Perspektive auf die Fragen der Schöpfung und Existenz. Der Koran präsentiert nicht nur göttliche Offenbarungen, sondern argumentiert auch mit Logik und Vernunft, um den menschlichen Verstand zu erreichen und zu überzeugen.

Wie Rosalind Ward Gwynne bemerkt, sind große Teile des Koran in Form von Argumenten verfasst, was zeigt, wie sehr Menschen als Wesen wahrgenommen werden, die Gründe für ihre Handlungen benötigen.1

Das Szenario: Ein Klavier aus dem Nichts

Ein hypothetisches Szenario

Stellen Sie sich vor, Sie wachen in einem vollkommen leeren Raum auf. Sie erinnern sich, dass der Raum, als Sie einschliefen, vollständig leer war – keine Fenster, keine Türen, nur vier Wände, eine Decke und ein Boden. Umgeben von Stille und einer beinahe greifbaren Leere, schlafen Sie ein.

Stunden später erwachen Sie und finden mitten im Raum ein Klavier. Nicht irgendein Klavier, sondern ein prächtig geschnitztes, mit Elfenbeintasten und glänzender Oberfläche. Neben dem Klavier liegt ein Zettel: „Dieses Klavier ist aus dem Nichts entstanden.“

Intuition und Rationalität

Wie würden Sie auf eine solche Behauptung reagieren? Ihr erster Instinkt, geleitet von Intuition und gesundem Menschenverstand, würde Ihnen sagen, dass dies unmöglich ist. Ein Objekt von solcher Komplexität und Schönheit kann nicht einfach ohne Ursache oder Vorwarnung entstehen.

Dieses Gedankenexperiment führt uns zu einer wichtigen Einsicht: Unser Verstand und unsere Intuition lehnen die Idee ab, dass komplexe Dinge ohne Ursache entstehen können.

Überlegung der Möglichkeiten

Nachdem die erste Verwunderung nachlässt, beginnen Sie, über mögliche Erklärungen nachzudenken. Es könnten theoretisch drei Erklärungen geben:

  1. Das Klavier ist tatsächlich aus dem Nichts entstanden.
  2. Das Klavier hat sich selbst erschaffen.
  3. Das Klavier wurde von jemandem oder etwas erschaffen.

Aufgrund Ihrer kognitiven Fähigkeiten und der logischen Analyse kommen Sie zu dem Schluss, dass die dritte Möglichkeit die rationalste Erklärung ist.

Das islamische Argument der Schöpfung

Im Koran heißt es:

Oder sind sie etwa aus dem Nichts erschaffen worden, oder sind sie (gar) selbst die Schöpfer?

Oder haben sie (etwa) die Himmel und die Erde erschaffen? Nein! Vielmehr sind sie nicht überzeugt.2

Grundlagen islamischer Schöpfungstheorien

Im Herzen der islamischen Theologie steht das Verständnis, dass alles Existierende eine Ursache haben muss. Der Koran fordert die Gläubigen und auch die Skeptiker heraus, über die Entstehung des Universums nachzudenken. Diese Aufforderung spiegelt eine tiefe Anerkennung der Kausalität wider, die in der islamischen Philosophie und Theologie zentral ist.

Der Koran präsentiert drei mögliche Erklärungen für die Existenz des Universums: Es könnte aus dem Nichts entstanden sein, es könnte sich selbst erschaffen haben, oder es könnte von etwas anderem erschaffen worden sein.

Analyse der Möglichkeiten

  1. Aus dem Nichts erschaffen

Die Vorstellung, dass etwas aus dem Nichts entsteht, wird im Koran explizit in Frage gestellt. Diese Idee widerspricht nicht nur der menschlichen Erfahrung und Logik, sondern auch dem grundlegenden Prinzip der Kausalität, das in der islamischen Lehre verankert ist.

  1. Selbst-erschaffen

Die Idee der Selbstschöpfung erscheint ebenfalls irrational, da sie impliziert, dass etwas existierte, bevor es existierte. Dies stellt einen logischen Widerspruch dar, den der Koran nutzt, um die Notwendigkeit eines Schöpfers zu betonen.

  1. Von einem Schöpfer erschaffen

Die überzeugendste und rationalste Erklärung nach islamischer Auffassung ist, dass das Universum von einem unerschaffenen Schöpfer erschaffen wurde. Diese Perspektive ist konsistent mit der islamischen Lehre von einem einzigen, allmächtigen und allwissenden Gott, der alles Existierende erschaffen hat.

Implikationen für das Verständnis des Göttlichen

Diese Argumentation führt zu einem tieferen Verständnis der Natur Gottes im Islam, der nicht nur als Schöpfer, sondern auch als der Ursprung aller Kausalität und Existenz angesehen wird. Diese Sichtweise hebt die Einzigartigkeit und die Unvergleichlichkeit Allahs hervor, wie sie im Koran wiederholt betont wird.

Der Koran und das Konzept der Schöpfung

Der Koran als Quelle der Weisheit und Argumentation

Der Koran wird nicht nur als das heilige Buch des Islam angesehen, sondern auch als eine Fundgrube rationaler Argumente und tiefer philosophischer Einsichten. Der islamische Text nutzt eine Kombination aus Erzählung, Reflexion und direkter Ansprache, um die Leser zu einem tieferen Verständnis der Schöpfung und der Rolle Gottes darin zu führen.

Rationale Beweise und eloquente Darstellung

Rationale Argumentation

Der Koran stellt häufig Fragen, die dazu anregen, über die eigene Existenz und die der Welt nachzudenken. Diese Fragen sind oft eingebettet in Szenarien, die die Leser dazu bringen, über die Ursprünge und die letztendlichen Ursachen der Dinge zu reflektieren. Dies fördert ein kritisches Denken, das in der islamischen Tradition tief verwurzelt ist.

Eloquenz und Überzeugungskraft

Die sprachliche Qualität des Koran ist ein weiteres Element, das zur Überzeugungskraft seiner Argumente beiträgt. Die Eloquenz des Textes dient nicht nur der Schönheit, sondern verstärkt auch die logischen und rationalen Argumente, indem sie diese in einer Weise präsentiert, die sowohl den Verstand als auch das Herz anspricht.

Der Einfluss des Koran auf das islamische Denken

Wie von Rosalind Ward Gwynne und anderen Gelehrten festgestellt, hat die Struktur des Koran und seine Betonung der logischen Argumentation tiefgreifende Auswirkungen auf das islamische Denken gehabt. Der Text hat nicht nur die Art und Weise geprägt, wie Muslime über Gott und die Schöpfung denken, sondern auch, wie sie die Beziehung zwischen Vernunft und Offenbarung verstehen.3

Die Synthese von Offenbarung und Vernunft

Islamische Gelehrte wie Ibn Taymiyyah haben betont, dass wahre Offenbarungen und rationale Beweise miteinander harmonieren und zusammen die Wahrheiten über das Universum, seine Ursprünge und die Fundamente der Religion aufzeigen. Diese Sichtweise stellt eine Einheit von Glaube und Vernunft dar, die im islamischen Verständnis von Wissen und Weisheit zentral ist.4

Philosophische Betrachtungen zur Endlichkeit des Universums

Das Konzept der Endlichkeit

Die Vorstellung, dass das Universum endlich ist, spielt eine zentrale Rolle in der islamischen Kosmologie sowie in vielen philosophischen Argumenten, die die Existenz eines Schöpfers unterstützen. Philosophen und Theologen argumentieren, dass ein endliches Universum einen Anfang gehabt haben muss, was wiederum auf eine Ursache oder einen Ursprung hinweist, der außerhalb seiner selbst liegt.

Die Unmöglichkeit der Unendlichkeit

Ein Schlüsselaspekt dieser Diskussion ist die philosophische Untersuchung der Unendlichkeit. Viele Denker, einschließlich islamischer Gelehrter, haben argumentiert, dass eine tatsächliche Unendlichkeit in der physischen Welt nicht existieren kann. Dies führt zu der Schlussfolgerung, dass das Universum nicht unendlich sein kann, sowohl in Bezug auf seine räumliche als auch zeitliche Ausdehnung.

Gedankenexperimente zur Unendlichkeit

Um die Probleme der Unendlichkeit zu illustrieren, werden oft Gedankenexperimente herangezogen. Ein bekanntes Beispiel ist das Paradoxon des Hotels mit unendlich vielen Zimmern, das immer Platz für einen weiteren Gast hat, selbst wenn es bereits voll besetzt ist. Solche Paradoxa zeigen die logischen Schwierigkeiten auf, die mit dem Konzept einer tatsächlichen Unendlichkeit verbunden sind.

Islamische Perspektive auf die Endlichkeit

Im islamischen Denken wird betont, dass die Schöpfung, einschließlich des Universums, von einem transzendenten Schöpfer herrührt, der selbst nicht den Beschränkungen der Zeit und des Raumes unterliegt. Dieser Standpunkt unterstützt die Idee der Endlichkeit des Universums und verwendet diese Annahme als Grundlage für das Argument, dass alles Endliche eine Ursache haben muss.

Wissenschaftliche Perspektiven und ihre Grenzen

Die Rolle der modernen Wissenschaft

In der modernen Ära hat die Wissenschaft wesentliche Beiträge zum Verständnis des Universums geliefert. Theorien wie der Urknall suggerieren, dass das Universum einen messbaren Anfang hat, was im Einklang mit der Vorstellung steht, dass das Universum endlich ist.

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse bieten eine wertvolle Perspektive auf die Diskussionen über die Schöpfung und die Existenz Gottes.

Grenzen der Wissenschaft

Trotz ihrer beeindruckenden Leistungen stößt die Wissenschaft an Grenzen, wenn es darum geht, ultimative Fragen über die Ursprünge des Universums zu beantworten. Wissenschaftliche Theorien können oft nur das beschreiben, was beobachtet oder gemessen werden kann. Sie sind nicht in der Lage, Fragen nach dem "Warum" oder dem "Was davor" vollständig zu beantworten.

Unterdeterminiertheit wissenschaftlicher Theorien

Ein spezifisches Problem in der Wissenschaft ist die Unterdeterminiertheit von Theorien durch empirische Daten. Dies bedeutet, dass für eine gegebene Menge an Daten oft mehrere gleich valide wissenschaftliche Theorien existieren können. In der Kosmologie gibt es beispielsweise mehrere konkurrierende Modelle, die erklären, wie das Universum entstanden sein könnte.

Diese Vielfalt an Theorien zeigt, dass wissenschaftliche Erklärungen oft vorläufig sind und sich mit neuen Daten oder durch neue Interpretationen ändern können.

Wissenschaft und Metaphysik

Während die Wissenschaft viele Einsichten in die Funktionsweise des Universums bietet, bleibt sie in Bezug auf metaphysische Fragen, wie die Existenz Gottes oder die Ursache des Universums, neutral.

Diese Themen gehen über den Rahmen der empirischen Wissenschaft hinaus und berühren philosophische und theologische Überlegungen, die tief in den Glaubenssystemen verwurzelt sind.

Die Komplementarität von Wissenschaft und Religion im Islam

Im Islam wird die Wissenschaft als ein Weg gesehen, durch den Menschen die Schöpfung Gottes verstehen und schätzen können. Dies fördert ein tieferes Bewusstsein für die Ordnung und Komplexität des Universums und stärkt den Glauben an einen ordnenden und zweckmäßigen göttlichen Willen.

Die islamische Tradition ermutigt zu einem harmonischen Verhältnis zwischen wissenschaftlichem Verständnis und religiösem Glauben, wobei beides als komplementäre Wege zur Wahrheit gesehen wird, die sich gegenseitig unterstützen und bereichern.

Kritik am Konzept des Universums aus dem Nichts

Die Intuitivität der Kausalität

Das Konzept, dass das Universum aus dem Nichts entstanden sein könnte, widerspricht der tief verwurzelten menschlichen Intuition von Kausalität – dass jedes Ereignis eine Ursache haben muss. Diese Intuition ist ein Eckpfeiler sowohl des alltäglichen Denkens als auch der wissenschaftlichen Untersuchung.

Im Islam wird diese Vorstellung durch den Koran gestärkt, der betont, dass alles Existierende einen Ursprung und eine Ursache hat.

Philosophische und theologische Perspektiven

Philosophisch gesehen ist die Vorstellung, dass das Universum ohne Ursache entstehen könnte, problematisch. Diese Annahme würde grundlegende Gesetze der Logik und der Metaphysik verletzen, insbesondere das Prinzip vom zureichenden Grund, das besagt, dass alles, was existiert, eine Erklärung haben muss.

Kritik seitens der Wissenschaft

Obwohl einige Theorien, wie die der Quantenfluktuationen im Vakuum, vorschlagen, dass Teilchen spontan aus dem "Nichts" entstehen können, betonen viele Wissenschaftler und Philosophen, dass das Quantenvakuum, aus dem diese Teilchen entstehen, nicht wirklich "Nichts" ist, sondern ein Feld voller Energie, das physikalischen Gesetzen unterliegt. Es ist somit irreführend, dies als "Nichts" zu bezeichnen, da es sich um einen hochenergetischen Zustand handelt, nicht um eine völlige Leere.

Die Grenzen des "Nichts"

Diese Diskussion bringt die Bedeutung des Begriffs "Nichts" in den Fokus. In der öffentlichen und manchmal auch in der wissenschaftlichen Rhetorik wird das "Nichts" des Quantenvakuums oft missverstanden. Das Quantenvakuum ist eine Form von "etwas" und nicht eine absolute Leere. Es hat Eigenschaften, Energie und unterliegt physikalischen Gesetzen.

Diese Erkenntnis stärkt die islamische Sicht, dass das absolute Nichts nicht der Ursprung von etwas sein kann. Daher unterstreicht dies die Notwendigkeit eines Schöpfers – eines Wesens, das über die natürliche physikalische Realität hinausgeht und die Fähigkeit zur Erschaffung im absoluten Sinne besitzt.

Schlussfolgerungen: Die Notwendigkeit eines unerschaffenen Schöpfers

Logische Notwendigkeit eines Ursprungs

Die Argumentation gegen die Möglichkeit eines Universums, das aus dem Nichts oder durch Selbstschöpfung entstanden ist, führt logischerweise zur Notwendigkeit eines unerschaffenen Schöpfers. Dieser Schöpfer muss außerhalb der physikalischen Realität und ihrer Gesetzmäßigkeiten existieren, da alles innerhalb dieser Realität den Bedingungen von Ursache und Wirkung unterliegt.

Der unerschaffene Schöpfer

Der unerschaffene Schöpfer, wie im Islam durch Allah repräsentiert, wird als ewig, allmächtig und allwissend beschrieben. Dieses Wesen ist nicht nur der Ursprung aller Existenz, sondern auch der Erhalter und Ordner des Universums. Dies entspricht der islamischen Lehre, die besagt, dass Gott (Allah) kein Teil der Schöpfung ist, sondern der Schöpfer und Erhalter aller Dinge.

Im Koran heißt es:

[...] Nichts ist Ihm gleich [...]5

[...] Gewiss, Allah weiß über alles Bescheid.6

[...] Allah erschafft, was Er will. Gewiss, Allah hat zu allem die Macht.7

Philosophische Untermauerung

Philosophisch gesehen unterstützt die Notwendigkeit eines unerschaffenen Schöpfers das Argument der Kontingenz, das besagt, dass alles, was existiert, einen Grund oder eine Ursache haben muss, die außerhalb seiner selbst liegt. Da das Universum existiert und kontingent (abhängig von Bedingungen) ist, muss es eine nicht-kontingente (unabhängige) Ursache geben.

Ethische und existenzielle Implikationen

Die Anerkennung eines unerschaffenen Schöpfers hat tiefgreifende ethische und existenzielle Implikationen für den Glauben und das tägliche Leben. Es fordert den Einzelnen auf, über die eigene Existenz hinaus zu denken und eine Beziehung zu einem höheren, ordnenden Prinzip des Universums zu erkennen und zu pflegen.

Zusammenfassung und abschließende Gedanken

Kernpunkte des Arguments

In diesem Artikel haben wir eine tiefgreifende Analyse der philosophischen und theologischen Argumente vorgenommen, die im Koran und in der islamischen Tradition präsentiert werden, um die Existenz eines unerschaffenen Schöpfers zu begründen.

Die Diskussion um die Entstehung des Universums – ob aus dem Nichts, durch Selbstschöpfung oder durch einen Schöpfer – führt zu wesentlichen Erkenntnissen über die Natur der Realität und die Rolle des Göttlichen darin.

Das Universum und seine Ursache

Die Überlegung, dass das Universum nicht aus dem Nichts entstehen konnte und sich nicht selbst erschaffen hat, unterstützt die Notwendigkeit eines unerschaffenen, ewigen Schöpfers.

Diese Schlussfolgerung ist tief in der Logik und den metaphysischen Prinzipien verwurzelt, die sowohl von der wissenschaftlichen Untersuchung als auch von der theologischen Reflexion geteilt werden.

Die Bedeutung des islamischen Beitrags

Der Beitrag des Islam zur Diskussion über die Ursprünge des Universums zeichnet sich durch eine besondere Verbindung von Glauben und Vernunft aus. Der Koran fordert den Gläubigen nicht nur auf zu glauben, sondern auch zu verstehen und zu reflektieren, wodurch ein umfassenderes Bild von der Welt und unserer Stellung darin gefördert wird.

Einfluss auf das Weltbild

Die islamische Perspektive erweitert unser Verständnis davon, wie Glaube und wissenschaftliche Erkenntnis zusammenarbeiten können, um tiefere Wahrheiten über unsere Welt zu enthüllen. Sie zeigt auf, dass Wissenschaft und Religion nicht in Konflikt stehen müssen, sondern sich ergänzen und gemeinsam dazu beitragen können, die Komplexität der Schöpfung und die Rolle des Menschen darin zu verstehen.

Persönliche und gesellschaftliche Implikationen

Erkennen und anerkennen wir die Existenz eines unerschaffenen Schöpfers, hat dies weitreichende Auswirkungen auf unsere ethischen Überzeugungen und unser soziales Handeln. Diese Erkenntnis fordert uns auf, Verantwortung für unsere Handlungen zu übernehmen und uns in Ehrfurcht vor der Ordnung des Universums zu verhalten, was zu einem verantwortungsbewussteren und harmonischeren Zusammenleben führen kann.

Aufruf zu einem bewussteren Leben

Diese Überzeugungen motivieren zu einem Leben, das nicht nur auf persönlichen oder materiellen Gewinn ausgerichtet ist, sondern auch auf das Streben nach Wissen, Weisheit und Harmonie mit der Schöpfung. Sie laden jeden Einzelnen ein, sich aktiv an der Bewahrung und Verbesserung der Welt zu beteiligen, in Anerkennung der göttlichen Ordnung, die alles durchdringt.

Abschließende Gedanken

Die Frage nach der Entstehung des Universums bleibt eine der faszinierendsten und herausforderndsten in der menschlichen Erfahrung. Durch die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und theologischer Reflexion bietet der Islam eine reiche und tiefe Perspektive, die nicht nur erklärt, wie das Universum möglicherweise entstanden ist, sondern auch, warum es in einer Weise existiert, die moralische und ethische Reaktionen erfordert.

Diese Diskussion öffnet nicht nur den Verstand für größere Wahrheiten, sondern auch das Herz für tiefere spirituelle Erfahrungen und Verbindungen.

Credits: Bei der Zusammenstellung des Artikels haben wir uns von dem Buch "Die Göttliche Realität – Gott, Islam und die Illusion des Atheismus" inspirieren lassen, welches von Hamza Andreas Tzortzis für Sapience Institute verfasst, und von Aisha Meier-Chaouki ins Deutsche übersetzt wurde.


Footnotes

  1. Gwynne, R. W. (2004): Logic, Rhetoric and Legal Reasoning in the Qur'an: God's Arguments. Abingdon: Routledge. 2004, S. ix
  2. Sure 52, Vers 35 f.
  3. Gwynne, R. W. (2004): Logic, Rhetoric and Legal Reasoning in the Qur'an: God's Arguments. Abingdon: Routledge. 2004, S. 203
  4. Zitiert in Hoover, J. (2007): Ibn Taymiyya's Theodicy of Perpetual Optimism
  5. Sure 42, Vers 11
  6. Sure 58, Vers 7
  7. Sure 24, Vers 45

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